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Ich habe keinen Schimmer
Strophen 4 bis 6 hören
(484 KB)

Ich habe keinen Schimmer
was der Kerl von mir will.
Er sitzt bei mir im Zimmer
und ist verdächtig still.
Er sitzt bei mir im Wagen
und flüstert: „Gib Gas!“ – Ich glaub’,
er will was anderes sagen,
doch ich weiß nicht, was.

Ich komme nicht dahinter,
was der Kerl bei mir sucht.
Ich hab’ ihn nicht gebeten,
ich hab’ ihn nicht gebucht.
Er gibt keine Erklärung,
sein Gewand ist sonderbar.
Warum er immer an mir klebt,
ist mir überhaupt nicht klar.

Er geht mit mir auf Reisen,
er kommt mit mir nach Haus.
Er begleitet mich auf leisen Sohlen,
tagein, tagaus.
Er verwischt seine Konturen,
er verschwimmt vor meinem Blick.
Er hinterlässt kaum Spuren,
doch er sitzt mir im Genick.

Immer, wenn ich mich bewege,
macht er einen kleinen Schritt,
fast, als würd’ er linkisch tanzen.
Wenn ich singe, spielt er mit,
nur ganz leise, doch ich hör’ es,
seine Geige klingt wie Glas.
Dieser Klang will mir was sagen,
doch ich weiß nicht, was.

Ich kann mich nicht erinnern,
seit wann der Kerl mich stört.
Irgendwie hat er wohl immer schon
dazu gehört.
Doch seit ein paar Jahren geht er mir
so richtig auf den Geist,
wie er immer bei mir steht,
wie er ewig um mich kreist.

Ich geb’ ihm keinen Namen.
Ich schau’ an ihm vorbei.
Ich straf’ ihn mit Missachtung,
doch mir ist nicht wohl dabei.
Ich habe das Gefühl,
dass er was im Schilde führt.
Irgendwann werd’ ich’s erfahren,
wenn’s mich nicht mehr interessiert.

© 2007 Werner Bönzli, Reichertshausen


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