Hinter sieben Bergen
Die 2. Strophe hören (693 KB)
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Hinter sieben Bergen im Zauberwald,
da wohnt man in verwunschenen Schlössern.
Da gibt es weder Autos noch Eisenbahn,
da verreist man auf fliegenden Rössern.
Oder man verreist mit Siebenmeilenschuh'n.
Die Bäume erklären die Richtung.
Und du darfst drei Tage und drei Nächte nicht ruh'n,
sonst erwachst du auf der lichtlosen Lichtung.
Von dort führt keine Straße und kein Pfad wieder weg.
Du bist für immer verloren.
Es sei denn, der kleine Prinz kommt vorbei
dann bist du auserkoren:
Dann wirst du gerettet, dann ist alles wieder gut,
dann führt man dich vor den König.
Und der gibt dir seine Köchin zur Frau;
und das ist ja auch nicht wenig.
Hinter sieben Bergen im Zauberwald,
da haben die Igel Flügel.
Da kannst du Schlag Mittag die Sonne nicht sehn
vor lauter fliegender Igel.
Da haben die Menschen die Sprache verlorn,
dafür singen im Schlossteich die Fische.
Da werden alle Kinder am Sonntag geborn.
Da bitten die Bettler zu Tische.
Da bringt dir ein Rabe nach Sonnenuntergang
eine Botschaft mit sieben Siegeln,
und wenn du sie entzifferst, wird das ganze Land erlöst
von den furchtbaren fliegenden Igeln.
Dann bist du der Held, alles jubelt dir zu,
nur die Hexe, die blickt recht finster.
Und man zaubert dir eine Prinzessin herbei
für die Hochzeit im uralten Münster.
Hinter sieben Bergen im Zauberwald,
da sitzt du nun mit deinen zwei Weibern.
Doch Bigamie ist streng verboten, dort wie hier,
du musst dich für eine entscheiden.
Die Köchin ist schön, die Prinzessin ist reich
Die Wahl erweist sich als unmöglich.
Also rufst du dreimal Ene mene mu!,
das ist im Zauberwald so üblich.
Und beim dritten Ruf berührt dich eine Fee.
Ihr Anblick lässt dich verstummen.
Sie nimmt dich bei der Hand und sie wirbelt dich hinweg.
Die beiden anderen sind jetzt die Dummen
Doch die lächeln nur, und sie wümschen dir viel Glück,
und sie bleiben zusammen als Pärchen.
Es gibt keinen Hass, keine Wut, keinen Streit
Moment mal!
Das ist doch ein Märchen!
© 2002 Werner Bönzli, Reichertshausen
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